Im Binnenland Hinterpommerns finden Sie ein Land mit rund 250 Seen, Wäldern und malerischen Moränenhügeln, die Kaschubei. Viele Kanäle ermöglichen ausgedehnte Wasserwanderungen. Die Kaschubei beeindruckt aber auch durch Kultur und Tradition. Im kleinen Ort Wdzydze Kiszewskie am Weitsee (Gołuń) befindet sich ein Freilichtmuseum mit alten, kaschubischen Bauernhäusern. 1770 wohnten nur noch elf Fischerfamilien und 40 Menschen im Dorf. Im 19. Jh. wurde das Dorf vollkommen verlassen. 1906 entstand hier dann das Freilichtmuseum, das inzwischen zur wirtschaftlichen Basis des Ortes geworden ist. Unweit des Sees sprudeln mineralstoffhaltige Quellen in Bad Polzin. Den Status eines Badekurortes verdankt er der Entdeckung eines Schmiedes im Jahre 1688. Dieser hatte einem Freund, der an einer Augenentzündung litt, geraten, sein Leiden einmal mit dem milchig trüben Wasser einer nahgelegenen Quelle zu behandeln.
Mit dem Haus auf dem Kopf errichtete der Künstler Daniel Czapiewski ein Mahnmal der „Erinnerung“. Das umgedrehte Haus stellt die Zeit der kommunistischen Ära und die inneren Werte der heutigen polnischen Gesellschaft dar. Zu besichtigen ist es im „Centrum Edukacji i Promocji Regionu“ in Szymbark.
Als Hauptstadt der kaschubischen Schweiz gilt das kleine Städtchen Kartuzy. Besuchen Sie hier das Museum, in dem Zeugnisse der handwerklichen Tradition der Kaschuben ausgestellt werden. Außerhalb des Ortes befindet sich im ehemaligen Kartäuserkloster die gotisch-barocke Klosterkirche, mit einem Dach in Form eines Sargdeckels. Im Inneren sehen Sie ein großes, prächtig geschnitztes Chorgestühl.

Die Kaschubei umfasst den Küstenabschnitt nordwestlich von Danzig und das Seengebiet Kaschubische Schweiz. In der Kaschubei südwestlich von Danzig leben heute noch rund 200.000 Nachfahren vom slawischen Volksstamm der Kaschuben, die ihre eigene Sprache und Kultur pflegen. Überall werden Töpferarbeiten und Stickereien angeboten, die nach traditioneller Art gefertigt werden.
Eines der größten polnischen Waldgebiete zieht sich hier über 200 bis 300 m hohe Moränenhügel, immer wieder von größeren und kleineren Seen unterbrochen und lädt zum Wandern ein. Die Wanderwege führen durch Buchen- und Mischwälder, in denen im Frühjahr Anemonen blühen und im Sommer Blaubeeren und Pilze zu finden sind. Man kann sich einer gewissen Mystik nur schwer entziehen.
Die Gegend ist relativ dünn besiedelt. Lange Alleen führen vorbei an alten Höfen und malerischen Dörfern. Im Gegensatz zur lebendigen Ostseeküste geht es hier eher beschaulich und ruhig zu. Die klaren Seen laden zum Baden und Schwimmen, sowie Rudern und Angeln ein.
Die Menschen sind herzlich und gastfreundlich und gewähren einem immer wieder Einblicke in die kaschubische Lebensweise. In dem Städtchen Kartuzy/Karthaus findet man die identische Kaschubei: das Karthäuserkloster mit seiner Kirche und dem Dach in Form eines Sargdeckels ist absolut sehenswert, das örtliche Museum zeigt Exponate des typischen Kunsthandwerks.
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